Eine hervorragende Umsetzung lyrischer Klangbeispiele gelang dem Verdi Quartett beim Eröffnungskonzert zum diesjährigen Festival "vielsaitig". Mit ihren packenden Interpretationen fesselten die Künstler die Zuhörer im voll besetzten Fürstensaal......
Der "Sonnenaufgang" am Anfang des Kopfsatzes im B-Dur Streichquartett von Joseph Haydn hätte kaum eindrucksvoller gestaltet werden können. Es war ein Genuss, der von Susanne Rabenschlag weit geschwungenen Geigenmelodie zu folgen, die sich aus den sensibel aufgebauten Klangflächen erhob. Wie eine Fantasie mit meditativem Einschlag wurde das Adagio aufgebaut. Die Zwiegespräche zwischen den Instrumenten zeigten klare Linien und zeugten von nuancierter Auslotung der Tonsprache.....
In Ihrer Moderation ging die Komponistin Marie de Alvear auf ihr Werk.... näher ein..... Es war unglaublich, mit welcher Präzision vom Quartett die Stimmungsschwankungen herausgearbeitet wurden.......
Mit differenziertem Leben wurde das bekannte "Rosamunde-Streichquartett" von Schubert erfüllt. Die Formeln des Begleitstimmensatzes wurden sorgsam entwickelt, und Johannes Hehrmann (Violine), Karin Wolf (Viola) und Zoltan Paulich (Violoncello) zeigten dabei ihre Meisterschaft. Jedes Detail der innig-melodiösen Welt erfuhr seine Deutung...

Allgäuer Zeitung

 

.......Nun heißt es ja für ein Streichquartett, bei einem Standardwerk der Wiener Klassik sogleich Farbe zu bekennen. Und das war rundum überzeugend......  Fast scheut man sich, die makellose Beherrschung aller technischen und stilistischen Mittel zu erwähnen, angesichts der perfekten Klangbalance, der Kongruenz bei homophonen Passagen und der zutage tretenden interpretatorischen Reife....

Mannheimer Morgen

 

The Verdi quartet was voted by many discerning aficionadi of our sold-out chamber music series, as one of the finest quartets we have had in our almost twenty-year existence. The reaction to their performance of Bartok was unusually enthusiastic as many listeners commented that  this composer "finally made sense to them" through the quartet's verbal analysis and intelligently convincing performance.  Others,  deeply impressed by their sensitive and perceptive Schubert remarked that there was a refreshing "self-effacing" quality in their performance - everything devoted to the composer rather than to individual personalities.  The listener was invited into the quartet's creative circle instead of having to observe from without and this rare experience prevailed throughout the program.  It was an evening of discovery, therapy in its best sense and memorable aural pleasure.

Ralph Aldrich, London/Ontario

 

 ……..von der meisterhaften Meister-Kraft der Leute vom Amadeus- sowie vom Melos-Quartett angestachelt, spielt das Verdi Quartett heute nicht nur Kurtag und Pärt und Gubaidulina meisterlich! Argumentieren sich die Vier, die 1985 zusammenfanden, musikalisch durch Multi-Media, durch Sound-Performances und über Sprech- wie Tanz-Theater-Bühnen. Vor allem bringen sie das, was sie analytisch emotional erkannt haben, zwingend an ihr Publikum. Ihren Brahms zum Beispiel. Der ist gereinigt und gefiltert durch die Jahrzehnte authentischer Aufführungspraxis samt resultierender Hör-Renaissance ebenso wie durch die Herausforderungen fortschrittlicher Musik-Konzepte vom Beginn einundzwanzigsten Jahrhunderts. Nicht umsonst war Brahms vom Kollegen Schönberg als "Der Fortschrittliche" tituliert worden.

Wolf Loeckle, Bayern 4 Klassik

 

Kann die norddeutsche Unterkühltheit, die man Brahms nachsagt, die rheinische Bevölkerung begeistern und erwärmen? Die Brahms-Quartet-te in der Einspielung mit dem Verdi-Quartett sind eine wahre Entdeckung. Die gewaltige Intensität, mit der das Verdi-Quartett diese Quartette spielt, ist gewiss nichts für Nebenbei-Hörer; sie zwingt einen zum Zuhören. Dabei wird nicht auf vordergründige Wirkung gespielt; Dynamik und Tempo bewegen sich durchaus im normalen Rahmen. Hier ist es die pure Interpretation, die so packend ist; jedes Thema, jede Phrase sind wohldurchdacht, aber nicht überinterpretiert.
Man merkt, dass das Quartett kein zufällig zusammengewürfelter Haufen „durchgeknallter" Solisten ist, bei denen es zu einer Solokarriere nicht gereicht hat, sondern die vier Musikerinnen und Musiker spielen im wörtlichen Sinn zusammen und sind sich in der Interpretation absolut einig: Jeder ordnet sich ein und unterwirft sich dem schlüssigen Gesamtkonzept. Das führt dazu, dass die Aufnahme so spannend ist, und das ist das Verdienst des Verdi-Quartetts, das mit seiner mustergültigen Interpretation die Messlatte für nachkommende Aufnahmen sehr hoch gelegt hat. Auch aufnahmetechnisch hervorragend.

Bram Gätjen  "Mein CD-Tipp"

 

 ………..Das eigentlich Sensationelle am Auftritt des Verdi-Quartetts war nämlich die Art seines Musizierens, sein in der Tat ungewöhnlicher Umgang mit der musikalischen Zeit. Die Musiker durcheilen die Zeit nicht einfach in hochpolierter rasanter Geschwindigkeit, sie machen sie spürbar und füllen sie aus, bedachtsam, aber niemals bedächtig. In gezügelten Tempi musizieren sie jedes Detail  sorgfältig aus, dennoch oder darum stets fesselnd. Jedem Ton hören sie gleichsam nach und machen so seine Beziehung zum Vorhergehenden und Folgenden mit hellsichtiger Klarheit deutlich. Sie pendeln nicht heftig im dynamischen Spektrum, sondern setzen die Gewalt des Forte höchst sparsam und umso wirkungsvoller ein. Dazu eine nahezu geistreiche Klangsensibilität im dezenten, ja delikaten Spiel der Farben. Alles ist maßvoll an ihrem Musizieren und dennoch intensiv-eine beinah leise, aber bedeutsame und eindringliche Rede.
Damit spielten sie zunächst die Nr. 2-in G-Dur aus Beethovens op. 18. Sie formten dieses Quartett mit so viel klassischem Maß, als spielten sie Haydn. Aber wahrscheinlich - so wurde hörbar - muss man Beethoven auf diese Weise wie Haydn spielen, damit erlebbar wird, wo jener über diesen hinausgeht. Die gleiche Spielweise bewährte sich aber auch bei avantgardistischer Musik, bei György Kurtags Zwölf Mikroludien op.  12 (hier kombiniert mit gesprochenen Texten von Celan) - knappe, sich schichtende Klangkommentare, in denen sie das Unheimliche durch Präzision erzeugten. Vollends kühn war dann ihre Gestaltung des Brahms-Quartett B-Dur op. 67. Brahms ganz schlank und dennoch nicht dürr, ohne erdige Schwere und dennoch nicht leicht, die Farben nicht tintig oder pastos, sondern konturiert und mit Leuchtkraft wie Glasmalerei. Brahms Leidenschaft und Energie nicht als bloßes Ausschütten von Empfinden, sondern als Ergebnis einer ordnenden Kraft, der des Komponisten und der seiner Interpreten.

Heinz-Jürgen Staszak, Rostock

 

Is there really room for yet another Brahms Clarinet Quintet in the catalogue? - well yes, when it is played with the alluring tonal sophistication of Francois Benda and the Verdi Quartet, recorded by Deutschland Radio with a weight and velvety smoothness rarely encountered on CD. Some may prefer greater clarity, but anyone wanting to revel in the autumnal reverie of this bittersweet late masterpiece really need look no further.

International Record Review

 

Schubert's G major String Quartet (D887), his last and greatest, has been likened to a symphony by virtue of its large scale and its orchestral mode of expression (the unorthodox approach to harmony and the expansive structure point to the early works of Bruckner). While some ensembles, most notably the Alban Berg Quartett, have taken a decidedly symphonic approach to the piece, the Verdi Quartet clearly sees it as a work of art transmitted through four human beings. It is the human element--a prevailing warmth and emotional sensitivity--that is most impressive about this performance. Not that this is a laid-back account--the Verdi Quartet generates tremendous power in the tuttis, yet amazingly, the individual voices are clearly delineated. The first movement's measured tempo allows for great breadth of expression and underlines the Brucknerian pre-echoes--an approach completely opposite to the Berg's faster, more Beethovenian one. The conflict-ridden music of the Andante is rendered in a less legato fashion and with more arresting accents than either the Berg or the Quartetto Italiano. The scherzo and finale, while lacking the Berg's machine-like intensity, reveal more of the music's pathos and irony by stressing beauty and communication rather than just rigid virtuosity.

Classics Today